Tarif/Vertrieb
Im Bereich des Hamburger Umlandes und im Umfeld Hannovers
konnten durch
- die Erweiterung des HVV-Tarifverbundes in die Landkreise Harburg, Lüneburg und Stade sowie die
- Einführung von GVH-Übergangstarifen für Zeitkarteninhaber in die Landkreise Celle, Hameln, Hildesheim, Nienburg, Peine, Schaumburg und Soltau-Fallingbostel
die einheitlichen Tarifstrukturen dieser Ballungsräume entsprechend dem sich verändernden Fahrgastverhalten angepasst werden. Aber nicht nur in Verbundräumen haben die Kunden ein Interesse daran, dass ein Fahrschein unabhängig davon Gültigkeit hat, welches Verkehrsunternehmen die jeweilige Zugfahrt anbietet. Die bunter werdende Wettbewerbslandschaft erfordert mehr denn je einen unternehmensunabhängigen Tarif mit einer sachgerechten und transparenten Zuteilung der Fahrkartenerlöse auf die verschiedenen Eisenbahnunternehmen. Zu diesem Zweck arbeiten wir gemeinsam mit den beiden anderen niedersächsischen Aufgabenträgern, den Ländern Bremen und Hamburg sowie den in Niedersachsen verkehrenden Eisenbahnunternehmen an der Entwicklung eines landesweiten schienengebundenen Nahverkehrstarifs. Dieser Tarif soll optional auch die Nutzung des Bus- und Straßenbahnverkehrs im Vor- und Nachlauf zur Zugfahrt einbeziehen können. Ziel ist, die Nutzung des SPNV so weit wie möglich zu vereinfachen: Ein einfacher, übersichtlicher Tarif mit nur einem Fahrschein ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.
Der Vertrieb von Fahrscheinen ist ebenso wie die Tarifgestaltung zunächst eine rein unternehmerische Aufgabe. Dass wir uns heute auf diesem Gebiet engagieren, steht in engem Zusammenhang mit früheren Plänen der DB AG zur Schließung zahlreicher Reisezentren. Um personenbediente Verkaufsstellen langfristig zu sichern, haben wir bereits im Jahr 2003 mit der DB AG Regelungen zur flächendeckenden Präsenz von Reisezentren und Agenturen vereinbart, die im Jahr 2005 um ein Öffnungszeitenkonzept ergänzt wurden. Ungeachtet dessen verkauft die DB AG bereits heute etwa 80 % aller Nahverkehrsfahrkarten über stationäre Automaten an den Bahnhöfen. In ausgewählten Teilnetzen stehen zudem Fahrkartenautomaten in den Zügen zur Verfügung.
Künftig werden wir uns diesem Thema jedoch noch stärker widmen. Gemeinsam mit den benachbarten Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen soll unter Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein für alle Verkehrsunternehmen transparenter, zuverlässiger und diskriminierungsfreier Vertrieb entwickelt werden. Standortbezogen personenbediente Verkaufsstellen festzuschreiben gehört hier ebenso dazu wie die Verfügbarkeit von mindestens einem Automaten an möglichst allen Bahnstationen zu garantieren. Elektronisches Ticketing und die standortunabhängige Möglichkeit, Fahrkarten zu erwerben, u. a. über das Internet sollen das Angebot abrunden.








