Ziele und Zwecke des Wettbewerbs im SPNV


Wettbewerb dient sowohl der Qualitätssteigerung als auch der Kostensenkung. Wettbewerbsbedingte Minderungen von Zuschüssen sind die Voraussetzung, um
  • Mittelkürzungen kompensieren zu können,
  • Leistungen des so genannten Zusatzangebots zu finanzieren, für die der Bund aufgrund geringer Reisendenzahlen keine Mittel bereitstellt,
  • Leistungen von NE-Bahnen (in Niedersachsen: der EVB) zu finanzieren, die bei der Berechnung der Regionalisierungsmittel gar nicht berücksichtigt wurden und
  • über dem Dynamisierungssatz der Regionalisierungsmittel liegende Energie- und Infrastrukturkostensteigerungen ausgleichen und somit das aktuelle Angebot dauerhaft aufrechterhalten zu können.

Wettbewerb im SPNV schafft darüber hinaus die notwendigen finanziellen Spielräume, um künftig erforderliche Ausbaumaßnahmen finanzieren zu können, die der Bund trotz grundgesetzlicher Verantwortung nicht übernimmt (z. B. Ausbau von Stationen und Strecken mit weniger als 1.000 Reisenden) und/oder um in boomenden Regionen nachfragegerecht Mehrleistungen bestellen zu können.

Der Wettbewerb ist damit die Grundlage für eine langfristige Sicherung eines bedarfsgerechten SPNV-Angebots.
 
Diagramm der Entwicklung Betriebsleistungen
Entwicklung Betriebsleistungen
Diagramm der Kostenstrukturen im Wettbewerb
Kostenstrukturen im Wettbewerb
Diagramm der typischen Aufteilung der Kosten im Durchschnittsnetz
Typische Aufteilung der Kosten im Durchschnittsnetz

Erfolge des Wettbewerbs


Als Ergebnis der Wettbewerbskonzeption, in der vor allem dem Fahrzeugpool eine besondere Bedeutung zukommt, haben die NE-Bahnen in unserem Zuständigkeitsbereich einen Marktanteil von 61 % (bundesweit ca. 18 %) erzielt.

Inzwischen erbringen acht verschiedene Unternehmen Leistungen im SPNV in Niedersachsen.

Aus Sicht des Kunden resultieren daraus zwei erfreuliche Entwicklungen:
  • Die Angebotsqualität ist in den Wettbewerbsnetzen überdurchschnittlich hoch.
  • Dank günstiger im Wettbewerb erzielter Preise konnten in diesen Netzen überproportional viele Mehrleistungen bestellt werden.

Zudem haben wir die Erfahrung gemacht, dass Wettbewerb auch in auf den ersten Blick unwirtschaftlich erscheinenden Teilnetzen Erfolge hervorbringt. Zum einen lassen sich die Betriebskosten im Wettbewerb merklich senken, zum anderen werden durch ein attraktives Angebot auch die Nachfragepotenziale in solchen Netzen optimal ausgeschöpft, so dass trotz vergleichsweise geringer Erlöse die notwendigen Zuschüsse sinken.

Karte mit Linien der bisherigen Vergabeverfahren
Bisherige Vergabeverfahren
Tortendiagramm der Marktanteile von NE-Bahnen und DB Regio 2012
Marktanteile von NE-Bahnen und DB Regio (2012)
Daten der bisherigen Vergabeverfahren als tabellarische Aufstellung
Bisherige Vergabeverfahren der LNVG und angrenzender Aufgabenträger

Ausschreibungen und Vergabeverfahren


Bei Auslaufen eines Verkehrsvertrages mit einem Eisenbahnverkehrsunternehmen dient ein Wettbewerbsverfahren dazu, noch höhere Qualität, z.B. durch verbesserte Fahrplankonzepte oder den Einsatz neuer Fahrzeuge zu steigern bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Im Laufe dieses Verfahrens werden die Bedingungen für die zu erbringende Leistung eindeutig definiert, die entsprechenden Konditionen ausgearbeitet und das Ausschreibungsverfahren veröffentlicht.
 
Eine detaillierte Beschreibung der aktuellen Vergabeverfahren finden Sie hier.
Die geplanten Ausschreibungen und Vergabeverfahren haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 
Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG)
Kurt-Schumacher-Straße 5, 30159 Hannover
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