Ziele und Zwecke des Wettbewerbs im SPNV


Wettbewerb dient sowohl der Qualitätssteigerung als auch der Kostensenkung. Wettbewerbsbedingte Minderungen von Zuschüssen sind die Voraussetzung, um
  • Mittelkürzungen kompensieren zu können,
  • Leistungen des so genannten Zusatzangebots zu finanzieren, für die der Bund aufgrund geringer Reisendenzahlen keine Mittel bereitstellt,
  • Leistungen von NE-Bahnen (in Niedersachsen: der EVB) zu finanzieren, die bei der Berechnung der Regionalisierungsmittel gar nicht berücksichtigt wurden und
  • über dem Dynamisierungssatz der Regionalisierungsmittel liegende Energie- und Infrastrukturkostensteigerungen ausgleichen und somit das aktuelle Angebot dauerhaft aufrechterhalten zu können.

Wettbewerb im SPNV schafft darüber hinaus die notwendigen finanziellen Spielräume, um künftig erforderliche Ausbaumaßnahmen finanzieren zu können, die der Bund trotz grundgesetzlicher Verantwortung nicht übernimmt (z. B. Ausbau von Stationen und Strecken mit weniger als 1.000 Reisenden) und/oder um in boomenden Regionen nachfragegerecht Mehrleistungen bestellen zu können.

Der Wettbewerb ist damit die Grundlage für eine langfristige Sicherung eines bedarfsgerechten SPNV-Angebots.
 
Eine detaillierte Beschreibung der aktuellen Vergabeverfahren finden Sie hier.



Entwicklung der Betriebsleistungen


Säulendiagramm zur Entwicklung der Betriebsleistungen bis 2015
Säulendiagramm zur Entwicklung der Betriebsleistungen bis 2015
                                                       

Erfolge des Wettbewerbs


Als Ergebnis der Wettbewerbskonzeption, in der vor allem dem Fahrzeugpool eine besondere Bedeutung zukommt, haben die NE-Bahnen in unserem Zuständigkeitsbereich einen Marktanteil  von ca. 72%  (vorläufige Daten, Fahrplanjahr 2016) erzielt. Bundesweit liegen Vergleichsdaten aus 2015 bei ca. 29,3 %. (Quelle: Wettbewerber-Report Eisenbahn 2015/2016, Herausgeber mofair e.V./Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V.)

Inzwischen erbringen neun verschiedene Unternehmen Leistungen im SPNV in Niedersachsen.

Aus Sicht des Kunden resultieren daraus zwei erfreuliche Entwicklungen:
  • Die Angebotsqualität ist in den Wettbewerbsnetzen überdurchschnittlich hoch.
  • Dank günstiger im Wettbewerb erzielter Preise konnten in diesen Netzen überproportional viele Mehrleistungen bestellt werden.

Zudem haben wir die Erfahrung gemacht, dass Wettbewerb auch in auf den ersten Blick unwirtschaftlich erscheinenden Teilnetzen Erfolge hervorbringt. Zum einen lassen sich die Betriebskosten im Wettbewerb merklich senken, zum anderen werden durch ein attraktives Angebot auch die Nachfragepotenziale in solchen Netzen optimal ausgeschöpft, so dass trotz vergleichsweise geringer Erlöse die notwendigen Zuschüsse sinken.

In allen Fällen stand am Ende der Ausschreibung eines neuen Verkehrsvertrages auf jeden Fall ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis in Bezug auf Fahrzeugflotte, Fahrplanangebot und Kundenorientierung, das in allen Fällen zu relevanten Fahrgaststeigerungen geführt hat, die sich aufgrund der unterschiedlich strukturierten Räume jedoch in der Höhe unterscheiden. Der SPNV hat darüber hinaus im Zuge der Einführung von Wettbewerb durch die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen, die zu einem modernen Gesamtauftritt des Schienenpersonennahverkehrs führen, und die gestiegenen Fahrgastzahlen in den jeweiligen Regionen einen deutlichen Imagegewinn erzielt.


Bisherige Verfahren - Linien und Netze


Karte mit Linien und Netzen der bisherigen Vergabeverfahren
Bisherige Vergabeverfahren

Bisherige Verfahren in tabellarischer Übersicht


Daten der bisherigen Vergabeverfahren als tabellarische Aufstellung
Bisherige Vergabeverfahren der LNVG und angrenzender Aufgabenträger

Marktanteile der einzelnen Eisenbahnverkehrsunternehmen (SPNV) im Gebiet der LNVG


Tortendiagramm der Marktanteile (Zugkm) von NE-Bahnen und DB Regio, 2016 im Gebiet der LNVG
Marktanteile (Zugkm) von NE-Bahnen und DB Regio (2016, vorläufige Daten, Gebiet der LNVG)

Ausschreibungen und Vergabeverfahren


Bei Auslaufen eines Verkehrsvertrages mit einem Eisenbahnverkehrsunternehmen dient ein Wettbewerbsverfahren dazu, die Qualität, z.B. durch verbesserte Fahrplankonzepte oder den Einsatz neuer Fahrzeuge noch zu steigern bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Im Laufe dieses Verfahrens werden die Bedingungen für die zu erbringende Leistung eindeutig definiert, die entsprechenden Konditionen ausgearbeitet und das Ausschreibungsverfahren veröffentlicht.
Für weitere Infomationen steht Ihnen Ralf Hoopmann unter+49 (0)511/53333-142 zur Verfügung.

 
Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG)
Kurt-Schumacher-Straße 5, 30159 Hannover
Tel.: 0511-5 33 33-0 | Fax: 0511-5 33 33-299
online@lnvg.de | www.lnvg.de