Woher kommt das Geld? II - Fahrgeldeinnahmen als Finanzierungsinstrument


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Fahrgeldeinahmen stellen neben den Zuschüssen eine der beiden Säulen zur Finanzierung der Kosten im SPNV dar. Die Fahrgeldeinnahmen "wandern" vom Portemonnaie der Fahrgäste in die Kasse der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und verbleiben dort. Aber auch für die LNVG haben die Fahrgeldeinnahmen eine elementare Bedeutung: Je höher die Einnahmen, desto geringer der Zuschussbedarf einer Linie. Damit sparen wir Finanzmittel ein, die für den Ausbau des SPNV-Angebotes verwendet werden können (z. B. mehr Zugfahrten oder komfortablere Fahrzeuge).

Im Übrigen ist es für uns unabhängig von den Fahrgeldeinnahmen wichtig, dass Fahrgäste die Mobilitätsangebote im SPNV intensiv nutzen: Nur wenn die Mobilitätsangebote Erfolg bei Fahrgästen haben, ist aus volkswirtschaftlicher Sicht der Einsatz öffentlicher Gelder zu rechtfertigen.

Seite eines Ordners mit einem Prüfprotokoll zur Sauberkeit als Anlage eines Verkehrsvertrages
Die Verkehrsverträge zwischen LNVG und EVU sehen im Allgemeinen Regelungen vor, nach denen das EVU von gestiegenen Fahrgeldeinnahmen anteilig profitiert. Das EVU soll auf diese Weise zu Leistungen auf hohem Niveau motiviert werden, insbesondere in Bereichen, die die Interessen und das Wohlbefinden der Fahrgäste unmittelbar betreffen (z. B. Pünktlichkeit, Sauberkeit, Servicefreundlichkeit des Personals).

Die Funktion der Fahrgelderlöse als Finanzierungssäule des SPNV ist auch die Erklärung dafür, warum die Beförderungstarife nicht so ohne weiteres reduziert werden können, sondern vielmehr der allgemeinen Preisentwicklung folgen müssen: Würde die Höhe der Beförderungstarife "eingefroren" oder gar reduziert werden, würden unmittelbar die Einnahmen des EVU entsprechend stagnieren und der Zuschussbedarf würde in entsprechenden Maße ansteigen, weil stagnierenden Einnahmen steigende Kosten - z. B. höhere Löhne, höhere Kosten für Infrastrukturnutzung oder gestiegene Energiekosten - gegenüberstünden. In der Folge würden die uns zur Verfügung stehenden Finanzmittel nicht mehr ausreichen, um Zugfahrten im gegenwärtigen Umfang bei den EVU zu beauftragen; wir müssten also das Fahrplanangebot kürzen.

Fahrschein
Genauso, wie die Finanzierungssäule „Fahrgelderlöse“ nicht geschwächt werden darf, muss auch die zweite Säule „Zuschüsse“ erhalten bleiben. Würde diese Säule, d. h. die Regionalisierungsmittel, vom Bund nicht entsprechend der Kostenentwicklung erhöht oder gar gekürzt werden, wären auf Dauer Abbestellungen im SPNV-Angebot nicht zu vermeiden, da die Zuschüsse etwa 2/3 der Kosten im SPNV decken. Selbst mit moderaten Erhöhungen der Fahrpreise ließen sich Ausfälle bei den Regionalisierungsmitteln nur in sehr begrenztem Maße auffangen.

Aufgrund der zuvor erläuterten Zusammenhänge müssen die Beförderungstarife zwar moderat, aber kontinuierlich erhöht werden. Die Steigerungsraten sollten sich dabei an der allgemeinen Entwicklung der Lebenshaltungskosten, der Mobilitätskosten und der Kosten der EVU orientieren.

Wie kommt ein EVU an seine Einnahmen, obgleich auf dem Fahrausweis "HVV", "VBN" oder "DB" steht oder das Logo des Niedersachsentarifs zu erkennen ist und der Fahrgast den Fahrausweis eventuell auch nicht bei dem Verkehrsunternehmen erworben hat, das er gerade nutzt? Hierzu informieren Sie sich am besten unter der Rubrik Ermittlung der Einnahmen im SPNV.
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