- S-Bahnen zwischen Hannover und Celle voraussichtlich vom 22. Juni bis 5. Juli eingeschränkt
- LNVG fordert: Vor weiteren Großprojekten müssen Umleitungen in gutem Zustand sein
- DB muss Fahrgäste früher über weitere Einschränkungen informieren
Hannover, den 10. Juni 2026. Seit 1. Mai fahren keine direkten Nahverkehrszüge mehr zwischen Hannover und Hamburg, noch bis zum 10. Juli läuft dort die „Qualitätsoffensive“ der DB InfraGO. Zur Halbzeit hat die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) jetzt für den Ersatzverkehr mit bis zu 31 Bussen eine positive Bilanz gezogen. Carmen Schwabl, Sprecherin der Geschäftsführung: „Die Busse fahren verlässlich. Herzlichen Dank an die Fahrerinnen und Fahrer.“ Es gebe kaum Beschwerden von Fahrgästen, so Schwabl. „Am häufigsten erreicht uns die Frage, ob E-Scooter mit in den Bus genommen werden dürfen. Dürfen sie, wenn sie geklappt sind und wie Gepäck verstaut werden können.“ Im Vorfeld hatte die LNVG die Planungen gemeinsam mit metronom und den Busunternehmen (Tochterunternehmen der Deutschen Bahn) vorangetrieben. Die Einschätzung, dass deutlich weniger Menschen unterwegs sein werden als in den Zügen, habe sich bestätigt.
S-Bahnverkehr zwischen Hannover und Celle wegen kurzfristiger Baustelle eingeschränkt
Verärgert reagiert die LNVG auf eine Baustelle, die DB InfraGO voraussichtlich vom 22. Juni bis 5. Juli im Bereich Ehlershausen einrichten wird. Davon sind drei S-Bahnlinien betroffen, die zwischen Hannover und Celle verkehren. LNVG-Geschäftsführerin Schwabl: „Diese Baustelle verschlechtert den Ersatzverkehr zwischen Celle und Hannover deutlich. Das ist sehr ärgerlich. Wir bedauern, dass die DB InfraGO das den Fahrgästen nun auch noch zumutet. Außerdem ist die Information zu kurzfristig.“
Schwabl: „DB InfraGO hat Auswirkungen auf Fahrgäste nicht im Fokus, das muss besser werden“
Die LNVG kritisiert, dass DB InfraGO ausgerechnet auf einer Umleitungsstrecke für eine Großbaustelle den Verkehr zusätzlich einschränkt. „DB InfraGO hat die Auswirkungen auf Fahrgäste nicht im Fokus, das muss künftig besser werden.“ Und Schwabl ergänzt: „Es mag sein, dass sich die Baumaßnahme in Ehlershausen nun nicht mehr verschieben lässt. Aber das zeigt deutlich, wie schlecht der Zustand des Bahnnetzes inzwischen insgesamt ist. Und das wirft auch die Frage auf, ob die interne Abstimmung bei DB InfraGO funktioniert. Wie kann es sein, dass wir bei der Planung für die Ersatzverkehre über diese Baustelle nicht informiert wurden?“
In den kommenden Jahren sind in Niedersachsen mehrere „Korridorsanierungen“ (bisher „Generalsanierungen“ genannt) geplant. Zum Beispiel: 2027 die Strecken Lehrte – Berlin und Bremen – Bremerhaven sowie 2029 die Strecke Hannover – Hamburg. Schwabl fordert: „Solche Pannen wie in Ehlershausen dürfen sich nicht wiederholen. DB InfraGO muss vorausschauender planen. Vor den nächsten Großbaustellen müssen die Umleitungsstrecken fit sein – sonst fühlen die Fahrgäste sich veralbert.“
Änderungen im SEV ab 14. Juni im Bereich Lüneburg und Uelzen
Wie angekündigt ändert sich ab 14. Juni der SEV in den Bereichen Uelzen und Lüneburg. Grund: Wegen Verzögerungen bei der Generalsanierung Berlin – Hamburg mussten viele Fernzüge über Uelzen nach Berlin fahren.
- Die Züge zwischen Uelzen und Lüneburg entfallen bis zum Ende der Qualitätsoffensive.
- Es gibt ab Lüneburg zusätzliche Züge in den Hauptverkehrszeiten: ab Lüneburg 6:23 Uhr und 7:23 Uhr, Hamburg an 7:03 Uhr und 8:03 Uhr (Halt nur in Winsen und Harburg). In der Gegenrichtung ab Hamburg 16:50 Uhr und 17:49 Uhr, Lüneburg an 17:27 Uhr und 18:27 Uhr (Halte wie oben).
- Die Busse der Ersatzverkehrslinie 303 verkehren stündlich zwischen Lüneburg und Uelzen, mit Halt in Bienenbüttel. In Uelzen bieten sie Anschluss an die RB 47 Richtung Gifhorn und den SEV der RE 20 nach Wieren. Dort besteht stündlich Anschluss an die Züge der RE 20.
- Die Zugfahrten der RB 32 nach Dannenberg Ost werden wieder aufgenommen.
Die Fahrpläne der Züge und Ersatzbusse während der „Qualitätsoffensive“ finden stehen hier zur Verfügung: https://www.der-metronom.de/fahrplan/qualitaetsoffensive-2026/#Fahrplantabellen
Das ist die LNVG
Die LNVG plant für weite Teile Niedersachsens das Angebot mit Nahverkehrszügen. Sie vermietet Lokomotiven und Wagen an die Bahnunternehmen. Die LNVG bezahlt für die Zugfahrten rund 600 Millionen Euro im Jahr – das sind rund 60 Prozent der Kosten. Von den Fahrgästen, also über die Fahrkarten, werden etwa 40 Prozent der Kosten getragen. Außerdem ist die LNVG unter anderem Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für den Verkehr mit Linienbussen und Stadtbahnen im Land.
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