Tarif/Vertrieb


Zwei Themen, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, sind das Fahrpreissystem (Tarif) und der Vertrieb von Fahrscheinen. Wenngleich die Verantwortung für die Gestaltung von Fahrpreisen grundsätzlich bei den Verkehrsunternehmen liegt, streben alle Aufgabenträger, auch die LNVG, trotz der neu in den Markt eintretenden Verkehrsunternehmen eine einheitliche Tarifstruktur im SPNV an.
Im Bereich des Hamburger Umlandes und im Umfeld Hannovers
konnten durch
  • die Erweiterung des HVV-Tarifverbundes in die Landkreise Harburg, Lüneburg und Stade sowie die
  • Einführung von GVH-Übergangstarifen für Zeitkarteninhaber in die Landkreise Celle, Hameln, Hildesheim, Nienburg, Peine, Schaumburg und Heidekreis (Soltau-Fallingbostel)
die einheitlichen Tarifstrukturen dieser Ballungsräume entsprechend dem sich verändernden Fahrgastverhalten angepasst werden. Aber nicht nur in Verbundräumen haben die Kunden ein Interesse daran, dass ein Fahrschein unabhängig davon Gültigkeit hat, welches Verkehrsunternehmen die jeweilige Zugfahrt anbietet. Die bunter werdende Wettbewerbslandschaft erfordert mehr denn je einen unternehmensunabhängigen Tarif mit einer sachgerechten und transparenten Zuteilung der Fahrkartenerlöse auf die verschiedenen Eisenbahnunternehmen. Zu diesem Zweck haben wir gemeinsam mit den beiden anderen niedersächsischen Aufgabenträgern, den Ländern Bremen und Hamburg sowie den in Niedersachsen verkehrenden Eisenbahnunternehmen einen landesweiten schienengebundenen Nahverkehrstarif, den Niedersachsentarif entwickelt, dessen meistverkaufter Fahrschein das Niedersachsen-Ticket ist. Dieser Tarif soll nach und nach auch die Nutzung des Bus- und Straßenbahnverkehrs im Vor- und Nachlauf zur Zugfahrt  einbeziehen. Ziel ist, die Nutzung des SPNV so weit wie möglich zu vereinfachen und maßgeschneiderte Angebote für die Region einführen zu können: Ein einfacher, übersichtlicher Tarif mit nur einem Fahrschein ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.


  • Zwei Fahrkartenautomaten unterschiedlicher Unternehmen nebeneinander
  • Älterer Herr steckt gerade gekauften Fahrschein in seine Innentasche
  • Mann vor Monitor mit Online-Fahrkarten-Service der Deutschen Bahn

Der Vertrieb von Fahrscheinen ist ebenso wie die Tarifgestaltung zunächst eine rein unternehmerische Aufgabe. Das gilt auch für die NE-Bahnen, die diese Aufgabe in der Vergangenheit häufig großteils auf Unternehmen der DB AG übertragen haben, oft jedoch unfreiwillig.
Um personenbediente Verkaufsstellen langfristig zu sichern, haben wir bereits im Jahr 2003 mit der DB AG Regelungen zur flächendeckenden Präsenz von Reisezentren und Agenturen vereinbart, die im Jahr 2005 um ein Öffnungszeitenkonzept ergänzt wurden.
2010 begannen dann mit metronom und NWB erstmals NE-Bahnen mit einem umfangreichen eigenen, stationären Vertriebsangebot. In diesem Zusammenhang zeigten sich zum Einen erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten und Verunsicherungen der Fahrgäste. Wo welche Fahrkarten erhältlich sein werden und warum, wurde lebhaft diskutiert. Gleichzeitig zeigte sich, dass die bisherigen Rahmenbedingungen dazu führten, dass es scheinbar für einzelne EVU attraktiver war, z.B. einen zweiten Automaten aufzustellen als eine Kooperation mit dem Marktführer DB Vertrieb einzugehen. In der Folge werden den Aufgabenträgern regelmäßig Vertriebskosten mehrfach berechnet.
 
Parallel zeigten sich verschiedene Grenzen des Betriebs von Fahrkartenautomaten in den Zügen, weshalb auch dieser Ansatz auf den Prüfstand gestellt wurde.

Gemeinsam mit den Aufgabenträgern Region Hannover, Regionalverband Großraum Braunschweig, Hamburg und Bremen hat die LNVG all diese Probleme analysiert, ein vertriebliches Gesamtkonzept entwickelt und in einer Rahmenvereinbarung mit den betreffenden Aufgabenträgern fixiert. Ziele dieser Rahmenvereinbarung sind ein effizienter Vertrieb durch Vermeidung von Doppelstrukturen, ein verlässliches und einheitliches Vertriebsangebot für die Fahrgäste, planbare und verlässliche Rahmenbedingungen für EVU und Vertriebsdienstleister durch klare Verantwortlichkeiten und aufeinander abgestimmte Vorgaben zum Vertrieb in künftigen Ausschreibungsunterlagen.

Die Eckpunkte dieses Konzeptes finden Sie hier.
Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG)
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